Ein Pfand für Ihr Auto – ein Pfund für die Umwelt

Das Wirtschaftsforschungsunternehmen Prognos AG  konstatiert einen jährlichen Verlust in Höhe von 2,5 Milliarden Euro, die durch eine mangelhafte Autoverschrottung verloren gehen. Dieser ergibt sich aus der zu niedrigen Quote von Altautorecycling. Eine im Ausland bewährte Methode sei beispielsweise die Pfandgebühr, die beim Erwerb von Fahrzeugen abgeführt werden muss und an den Letzthalter des alten Schätzchens erstattet wird. Norwegen habe eine Rücklaufquote von praktisch 100 Prozent, die Schweiz 40 Prozent und Japan sogar 75 Prozent.  (29.07.2019)


Pfand fürs Auto

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Obwohl die EU für Neuwagen eine Recyclingquote in Höhe von 85 Prozent vorsieht, wird diese in Deutschland nur bis zu etwa 20 Prozent erreicht. Das komplexe Problem bestehe dabei hauptsächlich darin, dass die Fahrzeuge nicht zum deutschen Verwerter gelangen, da die meisten Fahrzeuge vor Stillegung ins Ausland verkauft würden. Andererseits können Materialien insbesondere Kunststoffe und Textilien nur “thermisch genutzt” also verheizt werden und gelangen somit nicht mehr in den Wirtschaftskreislauf wieder zurück.

Getoppt wird dies zukünftig noch durch die neue Fahrzeugentwicklung, die einen höheren Anteil an Kunststoff haben wird; gegenüber dem Jahr 2000 werden ausscheidende Fahrzeuge im Jahre 2030 um 80 Prozent mehr an Kunststoffteilen haben.

Eine Lösung wäre eine neue “Zentrale Organisationsstelle für Altautoverwertung”, die sowohl die Automobilhersteller als auch die Entsorgungsunternehmen gleichermaßen einbindet. Die Finanzierung wäre über Beiträge für verkaufte Neufahrzeuge oder eben über das altbekannte und bewährte Pfandsystem finanzierbar. Aufgabe der Organisation wäre eine Recyclingforschung, fachgerechte Entsorgung und das Sammeln bzw. Organisieren der Verwertungsnachweise.  Sind wir das “dem deutschen liebsten Kind” nicht schon aus Respekt schuldig? (sv)

Prognos AG

 

 

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